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Sturm und Drang

(1770 — 1789)

Zu Beginn der siebziger Jahre des 18. Jahrhunderts setzte in Deutschland eine groβe geistige Bewegung ein, die als Sturm und Drang bekannt ist. Ihre Hauptvertreter waren J. W. Goethe, F. Schiller, C. Schubart, G. Bürger und andere. Die Sturm– und– Drang–Bewegung war eine Fortsetzung, eine neue Etappe der Aufklärung in den neuen politischen und sozialen Verhältnissen Deutschlands. Sie widerspiegelte die gesellschaftlichen und ökonomischen Vorgänge.

Die Stürmer und Dränger stützten sich auf die untersten Volksschichten und kritisierten den Feudalabsolutismus. Sie kritisierten bloβ schonungslos die fürstlichen Tyrannen, Kirche und Geistlichkeit, den Soldatenverkauf und die Verschwendung der Volksmittel durch die Machthaber.

Sie schilderten auch das Leben des Bauern, besonders seinen Protest gegen die grausame Ausbeutung und Unterdrückung durch den Gutsherrn.

Die Stürmer und Dränger betonten die aktive Rolle des Menschen. Damit hing auch die Verherrlichung der groβen, starken Persönlichkeit zusammen, die wir bei diesen Dichtern beobachten können. Aber diese Persönlichkeit tritt als Individualist, als Einzelgänger auf, und sein Protest ist durchaus anarchistisch. Eine weitere Schwäche einiger Stürmer und Dänger ist, daβ sie die Gefühle, die Leidenschaften ihrer Helden zu stark hervorheben. Für sie bildeten Mensch und Natur eine Einheit. Die Sturm–und–Drang–Bewegung hielt nur 20 Jahre an. Sie wurde und wird des öfteren als literarische Revolution bezeichnet. Eine politische Revolution war sie nicht. Sie hinterlieβ aber in den Herzen und Hirnen des Volkes tiefe Spuren. Der Sturm und Drang war die erste literarische Strömung, die einen nachhaltigen Einfluβ auf breitere Schichten des deutschen Volkes ausübte. Die Sturm und Drang Bewegung brachte mehrere Dichter hervor, die Werke von Weltbedeutung schufen. Das sind vor allem Goethe und Schiller.

Wörterliste

die Sturm und Drang Bewegung Литературное течение

18 века «Буря и натиск»

einsetzen начинаться, наступать

die Beuegung движение

die Fortsetzung продолжение

die Aufklärung просвещение

das Verhältnis условие

der Vorgang процесс

sich stützen (auf Akk) опираться (на)

die Schicht слой

schonungslos беспощадный, безжалостный

die Kirche церковь

die Geistlichkeit духовенство

der Verkauf продажа

der Machthaber властитель, властелин,

повелитель

die Ausbeutung эксплуатация

die Unterdrückung угнетение, гнет

der Gutsherr помещик

zusammenhängen находиться в связи,

быть связанным (с)

auftreten выступать

der Einzelgänger одиночка

hervorheben подчеркивать, отмечать,

выдвигать

anhalten длиться

des öfteren часто, не раз, нередко

hinterlassen оставлять (после себя)

einen Einfluβ ausüben оказывать влияние

hervorbringen породить, производить

vor allem прежде всего

Fragen zum Text

1.Welche geistige Bewegung setzte in Deutschland im 18. Jahrhundert ein?

2.Nennen Sie die bedeutendsten Vertreter der Sturm und Drang Bewegung.

3.Sprechen Sie über die historischen Verdienste und auch über seine Schwächen.

4.Wie lange hielt die Sturm und Drang Bewegung an?

5.Welchen Einfluβ übte diese literarische Bewegung auf breitere Schichten des deutschen Volkes aus?

Die deutsche Klassik

Im weiteren Sinne bezeichnet man mit „Klassik“ die höchsten, unvergänglichen Leistungen einer nationalen Literatur, eine oder auch etliche Epochen ihrer Blüte. Wird das Wort so verstanden, dann sind schon Walther von der Vogelweide im Mittelalter und der Aufklärer Lessing deutsche Klassiker, und nach Goethe und Schiller folgen, wenn wir nur die wichtigsten Namen nennen, Heine, die Brüder Thomas und Heinrich Mann, Becher und Brecht. Selbst diese Knappe Aufzählung umfaβt also Dichter der verschiedensten Epochen, der unterschiedlichsten Geistesrichtungen und Schaffensmethoden.

Im engeren und strengeren Sinne des Wortes versteht man unter deutscher Klassik vor allem das Schaffen Goethes und Schillers in den letzten zwei Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts, genau genommen die Zeitspanne zwischen Goethes Abreise nach Halien 1786 und Schillers Tod im Jahre 1805. Um aber ein möglichst einheitliches, geschlossenes Bild von dem Entwicklungsweg dieser beiden Klassiker zu gewinnen, wollen wir uns auch mit ihrem Schaffen befassen.

Überdies zählt ja sowohl beider Frühwerk, als auch Goethes spätes Schaffen unbestritten zu den Gipfelleistungen der deutschen Nationalliteratur –also zur Klassik im weitren Sinne des Wortes.

Wörterliste

im weiteren Sinne в широком смысле

unvergänglich вечный, постоянный,

нескончаемый

etliche некоторый

der Aufklärer просветитель

selbst даже; сам

vor allem прежде всего

die Zeitspanne период времени

befassen заниматься (чем-либо)

überdies кроме того, притом,

сверх того, вдобавок

sowohl ... als auch как … так и …

unbestritten бесспорно

Fragen zum Text

1.Welche zwei Bedeutungen hat das Wort deutsche „Klassik“?

2.Unter Welchen Vertretern der deutschen Klassik versteht man im weiteren Sinne?

3.Nennen Sie die Vertreter der deutschen Klassik im engeren und strengeren Sinne des Wortes?

JOHANN WOLFGANG GOETHE (1749-1832)

Karl Marx nannte Goethe den, „größten Deutschen“; diese treffende und knappe Charakterisierung entspricht voll und ganz der Rolle, die Goethe als ein volkstümlicher Dichter vom Weltruf in der deutschen Kulturgeschichte gespielt hat. In seiner Lyrik war Goethe ein Sprachneuschöpfer. Außer Heinrich Heine zeigt kein deutscher Dichter solch eine Spannweite in der lyrischen-Gestaltung wie Goethe. Auch in seiner Prosa und seiner Dramatik hat Goethe bewundernswerte Meisterwerke geschaffen. Aber Goethe war nicht nur ein genialer Künstler; er war auch ein großer Naturforscher, der eine Reihe wichtiger Entdeckungen in der Mineralogie, der vergleichenden Anatomie und Botanik gemacht hat.

Goethes Lyrik ist volkstümlich. Diese Volkstümlichkeit fand ihren Ausdruck in einer klaren allgemeinverständlichen Sprache, in einem bezaubernden Naturempfinden, in vielen volksnahen Motiven. Viele Zeilen seiner Dichtung sind längst zu „geflögelten Worten” geworden und manches davon ist derart in den Sprachschatz des deutschen Volkes eingegangen, daß man es heute in der Alltagssprache verwendet, ohne zu bemerken, daß man mit Goethe spricht. Goethe, der mit Leib und Seele mit dem Volk empfand, schrieb in seinem „Faust“:

Ich höre schon des Dorfs Getümmel,

Hier ist des Volkes wahrer Himmel,

Zufrieden jauchzet groß und klein

Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein.

Ohne diese tätige, persönliche Einstellung zum Volk, ohne diese Volkstümlichkeit würde uns sein Dichtwerk nicht so zugänglich und verständlich sein.

Johann Wolfgang Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main in der Familie eines wohlhabenden Bürgers geboren. Körperlich und geistig von der Natur reich begabt, hatte er schon von Kindesbeinen an eine Neigung zu dramatischen Spielen. 1765 bezog er die Leipziger Universität, um dort Jura zu studieren.-Im Jahre 1770 setzte er sein Studium in Straßburg fort. Aus dieser Zeit stammen auch seine ersten lyrischen Gedichte, die durch ihre Frische und die Wahrhaftigkeit des Gefühls, durch den neuen Reichtum an Rhythmus den Leser begeistert haben. Die Dichtergemeinschaft mit Stürmern und Drängern übte einen großen Einfluß auf sein Schaffen aus. Es folgen nacheinander Goethes hervorragende Werke: „Götz von Ber-lichingen" (1771 — 1773) und „Die Leiden des jungen Werthers" (1774).

Der „Götz von Berlichingen“ und der „Egmont“ (1788) sind zwei buntbewegte, bilderreiche Volksstücke: es wimmelt von Volksszenen, die Sprache ist eine volkstümliche bis zum Dialekt, die Figuren sind farbenreich und lebensecht. Aber noch wichtiger ist der Inhalt dieser Werke, der ihre Form bestimmt. In beiden Stücken schildert Goethe den bewaffneten Kampf des Volkes um seine Freiheit. Und so traten auf die Bühne erstmalig die aufrührerischen Volksmassen, das starre Schema der höfischen Dramatik durchbrechend.

Auch Werthers Tragödie wirft soziale Probleme auf. Dieser Roman in Briefen schildert das tragische Schicksal eines klugen, ehrlichen, gebildeten bürgerlichen Menschen in der von Standesvorurteilen beherrschten Gesellschaft. Auf der Höhe seiner Epoche stehend, gab Goethe in diesem Roman das Spiegelbild seiner Zeit. Auch Werther, der bürgerlich-humanistische Held des Romans, bevorzugt die Bindung an die Natur und an das Volk; er verachtet die konventionellen Regeln der aristokratischen Gesellschaft. Seine Auflehnung ist als ein bürgerlicher Protest gegen die Misere des feudalen Deutschlands zu verstehen.

Es-fällt kein Meister vom Himmel. Genie ist Fleiß! Und so bekennt Goethe in seinem klassischen Bildungsroman „Wilhelm Meister“, wie folgt: „Wenn der Künstler nicht zugleich Handwerker ist, so ist er nichts“. Der Held des Romans, Wilhelm Meister, wie auch Goethe selbst, fühlt sich mit den Ideen der Freiheit des Volkes und des Vaterlandes aufs innigste verbunden. Er überwindet seinen anfänglichen Individualismus („Nur alle Menschen machen die Menschheit aus, nur alle Kräfte zusammengenommen die Welt“) und geht den Weg der Erziehung durch die Kunst, bis er,sein wahres Glück im Wirken für das Wohl der Menschen findet.

Die Tatsache, daß Goethe an der Grenzscheide zweier Epochen stand, bestimmte die Widersprüche in seiner Persönlichkeit. Diese Widersprüche können nicht markanter charakterisiert werden, als Friedrich Engels es in einer seiner Streitschriften tat. Engels schreibt dort: „So ist Goethe bald kolossal, bald kleinlich; bald trotziges, spottendes, weit verachtendes Genie, bald rücksichtsvoller, genügsamer, enger Philister. Auch Goethe war nicht imstande, die deutsche Misere zu besiegen, im Gegenteil, sie besiegte ihn, und dieser Sieg der Misere über den größten Deutschen ist der beste Beweis dafür, daß sie ,von innen heraus' gar nicht zu überwinden ist.“

Über 50 Jahre seines Lebens hat Goethe am „Faust“ gearbeitet. Erst im August 1831, kurz vor seinem Tode hat der Dichter sein Lebenswerk abgeschlossen. Puschkin nannte den „Faust" die beste Schöpfung des menschlichen Geistes.«Faust ist für Goethe nicht ein bestimmtes historisches Individuum, sondern er ist vielmehr ein Repräsentant der ganzen Menschheit. In diesem Werk gelang Goethe die dichterische Gestaltung der widerspruchsvollen historischen Entwicklung der Menschheit, die neue Wege sucht und den Sieg davonträgt. Die herrliche Vision einer lichten Zukunft erschließt sich vor Faust, dem nun gegeben ist, der Weisheit letzten Schluß zu begreifen:

„Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, Der täglich sie erobern muß“.

Diese Worte haben viele Generationen wiederholt, sie wurden zu einem Motto für viele Revolutionäre in verschiedenen Ländern.

„Mehr Licht!“ —sollten Goethes letzte Worte gewesen sein. Und es klingt beinahe wie ein Symbol. Goethe bleibt uns auch heute besonders, nah als Dichter, der sein ganzes Leben lang zürn Lichte strebte und dessen strahlendes Schaffen von tiefer Menschlichkeit, von hohem Humanismus durchdrungen war.

MAILIED

Wie herrlich leuchtet

Mir die Natur!

Wie glänzt die Sohne!

Wie lacht die Flur!

Es dringen Blüten

Aus jedem Zweig

Und tausend Stimmen

Aus dem Gesträuch.

Und Freud' und Wonne

Aus jeder Brust.

O Erd', o Sonne!

O Glück, o Lust!

O Lieb', o Liebe!

So golden schön,

Wie Morgenwolken

Auf jenen Höhn!

Du segnest herrlich

Das frische Feld,

Im Blütendampfe

Die volle Welt.

O' Mädchen, Mädchen,

Wie lieb' ich dich!

Wie blinkt dein Auge!

Wie liebst du mich!

So liebt die Lerche

Gesang und Luft,

Und Morgenblumen

Den Himmelsduft.

Wie ich dich liebe

Mit warmem Blut,

Die du mir Jugend

Und Freud und Mut

Zu neuen Liedern

Und Tänzen gibst.

Sei ewig glucklich,

Wie du mich liebst!

WANDERERS NACHTLIED

(Ilmenau)

Über allen Gipfeln

Ist Ruh,

In allen Wipfeln

Spürest du

Kaum einen Hauch;

Die Vögelein schweigen im Walde.

Warte nur, balde

Ruhest du auch.

MIGNON

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,

Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn,

Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,

Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?

Kennst du es wohl?

Dahin! Dahin

Möcht’ ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn!

Kennst du das Haus? Auf Säulen ruht sein Dach,

Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,

Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:

Was hat man dir, du armes Kind, getan?

Kennst du es wohl?

Dahin! Dahin

Möcht’ ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn!

Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?

Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg,

In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut,

Es stürzt der Fels und über ihn die Flut,

МИНЬОНА

Ты знаешь край? — лимоны там цветут,

К листве, горя, там померанцы льнут,

И нежный ветр под синевой летит,

Там тихо мирт и гордо лавр стоит,

Ты знаешь их? — туда, туда

Умчаться б нам, о милый, навсегда.

Ты знаешь дом? — колонны стали в ряд,

Сверкает зал, и комнаты блестят,

Стоят и смотрят мраморы, грустя:

«Что сделали с тобой — увы, — дитя?»

Ты знаешь их? — туда, туда

Умчаться б нам, о добрый, навсегда.

Ты знаешь гору с облачной тропой?

В тумане мул там путь находит свой,

В пещерах жив драконов древний род,

Крута скала, над ней же круча вод,

Kennst du ihn wohl?

Dahin! Dahin

Geht unser Weg! o Vater, laß uns ziehn!

  1. Учебно-методический комплекс по дисциплине «немецкий язык» Учебно-методический комплекс Составители (4)

    Учебно-методический комплекс
    Данная программа предназначена для преподавания немецкого языка на неязыковых факультетах государственной педагогической академии со стандартным (140 часов аудиторная работа, 200 часов – самостоятельная работа) объемом преподавания
  2. Учебно-методический комплекс по дисциплине «немецкий язык» Учебно-методический комплекс Составители (1)

    Учебно-методический комплекс
    Данная программа предназначена для преподавания немецкого языка на неязыковых факультетах государственной педагогической академии со стандартным (170 часов аудиторная работа, 170 часов – самостоятельная работа) объемом преподавания
  3. Учебно-методический комплекс по дисциплине «немецкий язык» Учебно-методический комплекс Составители (2)

    Учебно-методический комплекс
    Данная программа предназначена для преподавания немецкого языка на неязыковых факультетах государственной педагогической академии со стандартным (170 часов аудиторная работа, 170 часов – самостоятельная работа) объемом преподавания
  4. Учебно-методический комплекс по дисциплине «английский язык» Учебно-методический комплекс Составители (1)

    Учебно-методический комплекс
    Данная программа предназначена для преподавания английского языка на неязыковых факультетах государственной педагогической академии со стандартным (170 часов – аудиторная работа, 170 часов – самостоятельная работа) объемом преподавания
  5. Учебно-методический комплекс по дисциплине «немецкий язык» Для студентов заочной формы обучения специальностей

    Учебно-методический комплекс
    В учебно-методическом комплексе приводятся рекомендации по изучению дисциплины “Немецкий язык” (требования Государственного стандарта по дисциплине “Немецкий язык”, структура предмета, тематические планы практических занятий, методические
  6. Учебно-методический комплекс по дисциплине «Русский язык и культура речи» для студентов фиид

    Учебно-методический комплекс
    Данный учебно-методический комплекс адресован студентам гуманитарных и технических факультетов, изучающих русский язык и культуру речи, а также преподавателям высших учебных заведений.
  7. Учебно методический комплекс по дисциплине «Теория языка (Общее языкознание)» Составитель к ф. н., доцент В. Я. Пастухова

    Самостоятельная работа
    Язык как знаковая система. Понятие об уровнях языка. Система и структура языка. Язык и мышление. Язык и речь. Язык и общество. Синхрония и диахрония. Язык как важнейшее средство коммуникации.
  8. Учебно-методический комплекс по дисциплине иностранный язык

    Учебно-методический комплекс
    составлен в соответствии с требованиями Государственного образовательного стандарта высшего профессионального образования (ГОС ВПО) по специальности/направлению:
  9. Учебно-методический комплекс по дисциплине «Русский язык и культура речи» для студентов 2 курса дневного отделения исторического факультета Составитель: канд филол наук

    Учебно-методический комплекс
    Функциональные стили современного русского языка. Классификация стилей. Специфические и общие стилевые черты. Взаимодействие функциональных стилей. Понятие стилистической нормы.

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